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Smart TV & Co. - Deutschland vernetzt sich

Foto: LG Electronics
Foto: LG Electronics

"Smarte" Technik wird immer beliebter. Wie eine von Concentra Marketing Research im Auftrag der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) durchgeführte Studie belegt, gibt es allerdings vor allem bei den Älteren unter uns noch erheblichen Informationsbedarf in dieser Hinsicht: "Produkte, die miteinander und mit dem Internet verbunden sind, finden sich in deutschen Haushalten zwar immer häufiger, doch eine große Anzahl von Verbrauchern nutzt noch nicht alle Möglichkeiten der Vernetzung", erklären die Experten.

 

Während der Röhrenfernseher mittlerweile eher die Ausnahme darstellt, nennen 80 % der Befragten einen Flachbildfernseher als Hauptgerät ihr Eigen. Damit belegt Deutschland im europäischen Vergleich den letzten Platz. Immerhin verfügen rund ein Drittel der Haushalte (34 %) bereits über einen sogenannten Smart TV, also ein Fernsehgerät, mit dem man über das Programm der Sender hinausgehende Inhalte aus dem Internet abrufen kann (Mehr dazu in der BAUIDEE Nr. 4_2013). Das beschert der Bundesrepublik im europäischen Vergleich einen Platz im Mittelfeld. 

 

Der Smart TV-Besitz sagt allerdings wenig über die tatsächliche Nutzung aus. So gibt zwar schon eine deutliche Mehrheit von 58 Prozent der Smart TV-Besitzer in Deutschland an, dass das Gerät tatsächlich mit dem Internet verbunden ist. Andere Länder zeigen sich aber deutlich anschlussfreudiger: Spitzenreiter ist Großbritannien mit 86 Prozent, gefolgt von Frankreich (79 %). Für die Deutschen bleibt deshalb auch hier nur der letzte Platz.


Bei der Frage, ob die Smart TV-Funktion ihre Entscheidung für ein neues TV-Gerät beeinflusst habe, antworteten 25 Prozent der Smart TV-Besitzer in Deutschland mit einem klaren Ja. Weitere 33 Prozent sagten „eher ja“. Bei knapp 60 Prozent der deutschen Smart TV- Besitzer war die smarte Funktion also zumindest mit kaufentscheidend. 

 

"Grundsätzlich zeigt die Studie, dass die Begeisterung für und die Nutzung von smarten Produkten deutlich altersabhängig ist", so das Resümee der gfu. "Zwei Drittel der 16- bis 39-jährigen in Deutschland schließen ihren Smart TV an das Internet an, bei den über 60-jährigen ist es lediglich die Hälfte. Auch der Einfluss der Smart-Funktion auf die Kaufentscheidung ist bei den jüngeren deutlich höher, als bei der Generation über 60 Jahre. So ist die im Europa-Vergleich eher geringe Smart-Begeisterung der Deutschen zum Teil auch demoskopisch zu begründen, denn die Deutschen haben die durchschnittlich älteste Gesellschaft in Europa. Für Branchenkenner Kamp sollte das Ansporn für Industrie und Handel sein, zukünftig verstärkt auch ältere Zielgruppen anzusprechen: 'Smarte Funktionen bringen für alle Generationen einen deutlichen Nutzen', erklärt Hans Joachim Kamp, Vorsitzender des gfu-Aufsichtsrats. 'Junge Nutzer gehen damit selbstverständlicher um, denn sie sind mit dieser Technologie aufgewachsen. Um die kaufkräftige ältere Generation abzuholen, sind gemeinsame verstärkte Anstrengungen der Branche notwendig.'“

 

 

Im Rahmen der repräsentativen Studie wurden in Deutschland 1.000 Haushalte und im europäischen Ausland weitere 7.000 Haushalte in acht Ländern zu ihrem Nutzungsverhalten und den Kaufabsichten in Zusammenhang mit elektrischen und elektronischen Produkten befragt.

 

Quelle: gfu