Neues Bauvertragsrecht: 14-tägiges Widerrufsrecht ab 2018

Der Bundestag hat eine Reform des Werkvertragsrechts beschlossen und an die besonderen Anforderungen von Bauvorhaben angepasst. So müssen Baubeschreibungen künftig bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, Bauverträge einen verbindlichen Termin zur Fertigstellung enthalten und beinhalten dann auch ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung? Das Angebot des Unternehmens ist verlockend, das Schnäppchen schnell geschlagen. Doch bei genauer Prüfung des Kleingedruckten kommen Zweifel auf. Man entscheidet sich um – dank Widerrufsrecht kein Problem, will man meinen. Was bei jedem Handyvertrag laut Fernabsatzgesetz Gang und Gäbe ist, gestaltet sich beim Bau des neuen Eigenheims schwierig. Trotz großer Investitionssumme und komplexen Verträgen ist die Unterschrift des Bauvertrags bindend – so war es bisher. Mit dem neuen Bauvertragsrecht, das der Bundestag am 09. März 2017 beschlossen hat, ändert sich das. So sind Bauunternehmen ab 2018 gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden ein Widerrufsrecht einzuräumen. „Die neue Regelung bedeutet einen Meilenstein für den Verbraucherschutz“, erklärt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund (BSB). „Der private Bauherr wird so vor fragwürdigen Rabattangeboten mit begrenzter Laufzeit und vor eigenen übereilten Entscheidungen geschützt.“ Zukünftig beträgt die Widerrufsfrist 14 Tage ab Vertragsabschluss. Unternehmen müssen Verbraucher dann ordnungsgemäß und schriftlich über ihr Recht informieren. Sollte dies nicht geschehen, tritt es erst ab dem Zeitpunkt des Hinweises in Kraft. Spätestens ein Jahr und 14 Tagen nach Vertragsabschluss verliert der Bauherr jedoch seinen Anspruch auf Widerruf, auch wenn er nicht explizit darauf hingewiesen worden sein sollte.

 

 

Weitere Informationen unter www.bsb-ev.de.