Sparzulage sichern: Wohn-Riester bleibt gefragt

Im ersten Halbjahr 2016 ist die Anzahl der Wohn-Riester-Verträge so stark gestiegen wie kein anderes Modell im Rahmen der Riester-Vorsorge. Für alle Riester-Sparer ist jetzt wichtig, dass sie rechtzeitig zum Jahresende die staatlichen Zulagen beantragen. Die Experten der Landesbausparkassen (LBS) erklären.

Das Interesse an der Eigenheimrente, den meisten als Wohn-Riester bekannt, ist in Deutschland anhaltend hoch. Im ersten Halbjahr 2016 legte die Zahl der abgeschlossenen Verträge um 4,1 % zu. So stark wuchs kein anderes Modell im Rahmen der Riester-Vorsorge. Insgesamt wurden in Deutschland nach Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 1,6 Millionen Wohn-Riester-Verträge abgeschlossen – zumeist Bauspar- oder Baudarlehensverträge. Wie für alle Riester-Produkte gilt auch hier: Wer die staatlichen Zulagen in Höhe von 154 Euro Grund- sowie eventuell weitere Kinderzulagen erhalten will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Erstens muss die Sparleistung einschließlich der Förderung mindestens 4 % des Bruttoeinkommens des jeweiligen Vorjahres betragen. Außerdem gilt es, die staatlichen Zulagen rechtzeitig zu beantragen. Am 31. Dezember 2016 ist der Stichtag für die Zulagenanträge für das Jahr 2014. Wer den Antrag bis dahin nicht gestellt hat, geht leer aus. „Am sichersten und einfachsten ist es, einen Dauerzulagenantrag zu nutzen“, empfiehlt Joachim Klein von der LBS. Aber auch dann sollten Riester-Sparer regelmäßig einen Blick in ihren Vertrag werfen – am besten einmal jährlich. „Ändern sich persönliche Verhältnisse wie das Einkommen, der Familienstand oder die Zahl der Kinder, für die es eine Kinderzulage geben kann, sollten Sparer dies zügig ihrem Anbieter mitteilen. Denn diese Änderungen wirken sich auf die Höhe der Riester-Zulage aus“, rät der LBS-Experte.

Die Eigenheimrente gibt es seit dem Jahr 2008. Durch den Wohn-Riester gefördert werden entsprechend zertifizierte Bausparverträge und Wohnbaudarlehen, die für den Bau, Kauf oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie verwendet werden. Neben klassischen Eigenheimen und Eigentumswohnungen können das auch Genossenschaftswohnungen oder Wohnrechte in einem Alters- oder Pflegeheim sein. Auch altersgerechte Umbaumaßnahmen sind förderfähig. Die Zulagen vom Staat und Steuerermäßigungen können sich auf mehrere Zehntausend Euro summieren.

Der Staat unterstützt förderberechtigte Wohn-Riester-Sparer nicht nur mit Zulagen, sie profitieren außerdem von zusätzlichen Steuervorteilen. Als Ausgleich unterliegt Wohn-Riester wie alle anderen Riester-Produkte auch der nachgelagerten Besteuerung im Ruhestand. Der Vorteil: Der persönliche Steuersatz ist dann in der Regel deutlich niedriger als in der Erwerbszeit.

Wer ohnehin plant, einen Riester-Vertrag abzuschließen, sollte das noch dieses Jahr tun und sich so die vollen Zulagen für das Jahr 2016 sichern. Das sind 154 Euro für Erwachsene, 185 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind, das vor dem 1.1.2008 geboren wurde, oder 300 Euro, wenn es danach zur Welt kam. Junge Erwachsene, die unter 25 Jahre alt sind, erhalten außerdem einen Starter-Bonus in Höhe von einmalig 200 Euro. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Riester-Sparer einen Betrag von 4 % des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens – höchstens 2.100 Euro – abzüglich der Zulagen in den Vertrag einzahlen. Auch Ehepartner, die nicht berufstätig sind, können die Förderung erhalten, wenn sie mindestens 60 Euro im Jahr in ihren Vertrag einzahlen.

 

Weitere Informationen unter www.lbs.de.