Einbruchschutz: Das Haus in der Urlaubszeit absichern

In allen Bundesländern sind die Sommerferien im Gange und damit herrscht Hochsaison für Langfinger. Sven Haustein, Architekt und Schwäbisch-Hall-Bauexperte, erklärt, wie Sie Einbrechern im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorschieben, welche Maßnahmen sinnvoll sind und was diese kosten.

Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Auch 2015 stieg die Zahl der Einbruchsdelikte. Dabei können bereits einfache und günstige Maßnahmen vor Eindringlingen schützen. Grafik: Bausparkasse Schwäbisch Hall
Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Auch 2015 stieg die Zahl der Einbruchsdelikte. Dabei können bereits einfache und günstige Maßnahmen vor Eindringlingen schützen. Grafik: Bausparkasse Schwäbisch Hall
 

Allein 2015 passierte es über 167.000 Mal in Deutschland: Einbrecher drangen in ein Haus oder eine Wohnung ein und verursachten dabei einen Gesamtschaden von rund 441 Millionen Euro. Gerade wenn Wohnungen in der Urlaubszeit über mehrere Wochen unbewohnt sind, ist die Gefahr groß. Sven Haustein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall zeigt Möglichkeiten auf, wie die eigenen vier Wände einbruchsicher aufgerüstet werden können.

Ein Großteil der Haus- und Wohnungseinbrüche ist mit relativ einfachen Mitteln zu verhindern. Die Täter arbeiten nämlich unter hohem Zeitdruck. Um ungesicherte Fenster und Türen aufzubrechen, reichen den Eindringlingen meist einfache Werkzeuge wie Schraubenzieher oder Zange. Stoßen sie dagegen auf Widerstand, geben sie oft in kürzester Zeit auf. „Laut polizeilicher Kriminalstatistik scheitern über 42 % durch vorhandene Sicherungen. Einbruchschutz macht sich also bezahlt, denn Einbrecher meiden offensichtlich geschützte Häuser“, erklärt Haustein. Dabei gibt es ein paar Schwachpunkte, die Eigenheimbesitzer besonders beachten sollten.

Im Eingangsbereich schützt eine einbruchhemmende Haustür. Ältere Türen lassen sich mit einem „einbruchsicheren“ Schloss mit Sicherheits-Profilzylindern, Schutzbeschlägen und zusätzlicher Zylinderabdeckung nachrüsten. Dafür ist mit Kosten ab 250 Euro zu rechnen. Fenster gibt es ebenfalls mit Schlössern, die dem Einbrecher sein Handwerk erschweren. Herkömmliche Modelle lassen sich mit verschließbaren Fenstergriffen und einer abschließbaren Fenstersicherung nachrüsten - diese gibt es bereits ab 10 Euro. Aber auch Pilzzapfenbeschläge, Bandsicherungen und Fensterstangenverriegelungen erhöhen die Sicherheit. Die Kosten pro Fenster betragen meist zwischen 200 bis 300 Euro. Rollläden sind ein zusätzlicher Schutz, sofern sie mit einem Sperrstift oder einem massiven Riegelbolzen gegen unbefugtes Hochschieben oder Herausziehen geschützt sind. Beides gibt es für unter 50 Euro.

Kellereingänge müssen mit der gleichen Sorgfalt gesichert werden wie die Haustür. Hier bieten sich neben Scharnierseitensicherungen auch massivere Maßnahmen wie Querriegelschlösser an. Die Kosten variieren von 200 bis 500 Euro. Gitterrostsicherungen verhindern das Abheben der Roste von den Kellerschächten. Kosten: keine 30 Euro pro Schacht.

Terrassen- und Balkontüren erhalten mit einer Bandseitensicherung, einem Stangenschloss und einem abschließbaren Fenstergriff einen soliden Einbruchschutz. Das Einschlagen der Scheibe kann eine Einbruchschutzfolie verhindern. „Übrigens: Eine Dreifach-Verglasung hilft doppelt - bei der Sicherheit und gleichzeitig bei der Dämmung“, so der Experte. Die Kosten für alle Maßnahmen betragen circa 500 Euro. Gartenhäuschen auf dem Grundstück können ebenfalls die Neugier von Einbrechern wecken. Darum: Nicht unverschlossen lassen, sondern mindestens mit einem massiven Vorhängeschloss sichern. Das kostet maximal 30 Euro.

„Die Installation einer Alarmanlage ist keine Alternative zu mechanischen Schutzvorrichtungen, sondern erst als mögliche Ergänzung zu diesen sinnvoll. Durch Alarm aufgeschreckt, brechen die meisten Einbrecher ihr Vorhaben ab. Funklösungen lassen sich unkompliziert und relativ günstig ab 400 Euro nachrüsten. Ganze Alarmsysteme fallen mit 7.500 bis 15.000 Euro deutlich teurer zu Buche. „Beim Kauf solcher Produkte sollte man grundsätzlich auf Prüfsiegel und Gütezeichen achten, zum Beispiel DIN-Normen, VdS-geprüft, ift-Zertifizierung. „Ebenso wichtig wie das Produkt selbst ist auch der fachgerechte Einbau. Die Montage sollte deshalb ein VdS-anerkannter Fachbetrieb durchführen“, rät Haustein.

„Für Maßnahmen zur Verbesserung des Einbruchsschutzes kann man die Förderungen der KfW nutzen. Pro Wohneinheit werden je nach Höhe der Investitionskosten mindestens 200 Euro bis maximal 1.500 Euro bezuschusst. Der Mindestinvestitionsbetrag liegt bei 2.000 Euro. Hierbei müssen die Anforderungen für förderbare Maßnahmen eingehalten werden.“

 

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