Hausbesitzer müssen Schatten werfende Bäume hinnehmen

Ein schattiges Plätzchen unter einem Baum kann im Sommer wunderbar sein. Gleichzeitig kann es für Eigentümer ärgerlich sein, wenn Haus und Grundstück einen großen Teil des Jahres im Schatten liegen. Doch unter bestimmten Umständen müssen sie dies hinnehmen, so die Wüstenrot Bausparkasse und verweist auf ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs.

Hauseigentümer müssen sich mit hochgewachsenen Bäumen auf dem benachbarten Grundstück abfinden, wenn die erlaubten Grenzabstände eingehalten sind. Dies gilt in der Regel auch dann, wenn ihr Grundstück aufgrund der Bäume einen großen Teil des Jahres im Schatten liegt. Die Wüstenrot Bausparkasse weist auf ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (V ZR 229/14) hin.

Geklagt hatte der Eigentümer eines Reihenhauses in Nordrhein-Westfalen (NRW), dessen Grundstück an eine öffentliche Grünanlage angrenzte. Dort standen in einem Grenzabstand von neun beziehungsweise zehn Metern zwei 25 Meter hohe Eschen, die den Garten des Reihenhausgrundstücks über neun Monate im Jahr vollständig und ansonsten teilweise beschatteten. Deshalb verlangte der Eigentümer von der Stadt, dass sie die beiden Bäume beseitige. Damit kam er jedoch vor Gericht nicht durch.

Laut dem Urteil kommt es entscheidend darauf an, ob der im jeweiligen Landesgesetz geregelte Grenzabstand eingehalten ist. Da nach dem Nachbarrechtsgesetz für NRW ein Abstand von vier Metern ausreichend ist, war dies im entschiedenen Fall gegeben. Der Eigentümer könne dann ein Fällen der Bäume nur ganz ausnahmsweise verlangen, wenn er „ungewöhnlich schweren und nicht mehr hinzunehmenden Beeinträchtigungen“ ausgesetzt ist, so der Bundesgerichtshof. Dazu müsste aber sein Grundstück das ganze Jahr über im Schatten liegen. Außerdem sei im entschiedenen Streitfall zu berücksichtigen, dass öffentliche Grünanlagen als Naherholungsräume dienen, die eine bessere Luft schaffen und Tieren in hohen Bäumen einen Rückzugsort bieten.

 

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