Werbung muss halten, was sie verspricht

Vollmundige Versprechungen in Werbeprospekten sind bekanntlich immer mit Vorsicht zu genießen. Doch nun hat ein Gericht entschieden, dass diese auch bei Sanierungsarbeiten eingehalten werden müssen und die ausgeführten Arbeiten nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen davon abweichen dürfen.

Bauherren müssen bei Sanierungsarbeiten nicht hinnehmen, dass Werbeaussagen des Unternehmens nicht eingehalten werden. In einem vom OLG Düsseldorf (Beschluss vom 27.01.2015, Az.: 22 U 154/14) entschiedenen Fall hatte ein Bauherr ein Abdichtungsunternehmen mit der Sanierung seines feuchten Kellers beauftragt. Basis war der Werbeprospekt des Unternehmens, der „Patentlösungen für trockene Keller“ und „effiziente Abdichtung“ versprach. Da nach der ausgeführten „Kellerabdichtung Hohlkehle“ der obere Wandbereich noch immer feucht war, trat der Bauherr vom Vertrag zurück und verlangt die gezahlte Vergütung zurück. Das Gericht gab ihm Recht. Der vertraglich geschuldete Erfolg beschränkt sich nicht allein auf die vereinbarte Ausführungsart, sondern richtet sich auch danach, welche Funktion das Werk nach dem Willen der Parteien erfüllen soll. Der Unternehmer schuldet nicht nur eine mangelfreie Hohlkehle, sondern insgesamt einen trockenen Keller. Werbeaussagen führen zu einer stillschweigenden Beschaffenheitsvereinbarung. Die Mängelhaftung entfällt nur bei hinreichender Aufklärung. Dazu muss der Unternehmer dem Bauherrn als bautechnischem Laien nachvollziehbar erläutern, dass er nur eingeschränkt leistet beziehungsweise dass die verwendete Technik mit Risiken verbunden ist.

 

 

Weitere Informationen unter www.bsb-ev.de

 

Quelle: Bauherren-Schutzbund