Mehr als jeder zweite Stromkunde unzufrieden

Gut 30 % der deutschen Stromkunden planen derzeit ganz konkret einen Anbieterwechsel. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Ramboll Putz & Partner (Hamburg) unter 1.000 Verbrauchern hervor. Das sind gut 6 % mehr als im Vorjahr.

Die bevölkerungsrepräsentative Studie der Unternehmensberatung Ramboll Putz & Partner, die bereits zum sechsten Mal in Folge zu Jahresbeginn durchgeführt wurde, bestätigt die wachsende Wechselbereitschaft der Stromkunden. Insgesamt können sich 71 % der Befragten grundsätzlich eine Umstellung vorstellen und nur 46 % sind mit ihrem derzeitigen Stromversorger zufrieden. „Die Kunden erwarten, dass sich ihr Versorger auf ihre Bedürfnisse und Wünsche einstellt. Tut er das nicht, sind die Verbraucher schneller als früher bereit, zu einem anderen Anbieter zu wechseln“, erklärt Dr. Thomas Kuprat, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ramboll Putz & Partner.

Als wichtigste Informationsquelle dient den Verbrauchern dabei das Internet (75 %). Gut ein Drittel (36 %) legt auf Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis Wert und 21 % der Befragten beziehen Medienberichte in ihre Entscheidung ein. Das wichtigste Kriterium ist für den größten Teil der Verbraucher (83 %) der Strompreis. 23 % gaben als Grund für einen Wechsel den Wunsch nach besserem Service an. Dabei haben nur 36 % (Vorjahr: 58 %) Angst vor unseriösen Anbietern. Für noch nicht einmal ein Viertel (23 %) spielt beim Anbieterwechsel der Wunsch nach Öko-Strom eine Rolle. Zwei Jahre zuvor seien es nach Angaben von  Ramboll Putz & Partner noch fast doppelt so viele  (44 %) gewesen. Wichtiger sind hingegen „der gute Ruf“ und „die Vertrauenswürdigkeit“ des Versorgers. 53 % der befragten Verbraucher gaben an, hierauf besonderen Wert zu legen.

Umstritten ist weiterhin der Einbau sogenannter „intelligenter“ Stromzähler. Etwas mehr als die Hälfte (55 %) befürworten die Installation der Geräte, „aber nur, wenn die Stromkonzerne die Kosten tragen“, wie es in der Studie wörtlich heißt. 37 % stimmen zu, fordern aber, dass der Datenschutz gewährleistet sein muss, 7 % lehnen diese Stromzähler ab, fast 18 % wissen nicht, was ein intelligenter Stromzähler ist. 44 % würden ihren Stromlieferanten wechseln, wenn sie einen intelligenten Stromzähler angeboten bekommen. Als Grund gaben sie eine erhoffte Kostenersparnis an. 28 % der Befragten nennen eine verbesserte Transparenz über den eigenen Stromverbrauch als Triebfeder. Für immerhin 14 % käme die Installation eines solchen Geräts überhaupt nicht infrage.   

„Die Ergebnisse unserer diesjährigen Studie zeigen, dass Deutschlands Stromkunden gut informiert sind“, erklärt Kuprat. „Die Transparenz des Marktes führt dazu, dass selbst kleinere Veränderungen auf der Angebotsseite registriert werden und bei Unzufriedenheit der Anbieter gewechselt wird. 30 % der Stromkunden planen in 2016 konkret einen Wechsel. Das muss den Versorgungsunternehmen zu denken geben. Für sie heißt das: Kundennähe und maßgeschneiderte Dienstleistungen werden noch wichtiger.“

 

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