Die Pflicht des Schneeräumens

Nicht nur das Haus sollte vor dem Wintereinbruch sicher sein. Die Verkehrssicherungspflicht hält Immobilienbesitzer dazu an, ihr Grundstück und Gehwege von der weißen Pracht zu befreien, um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten. Wir erklären, wann und wie oft Sie räumen müssen und warum es sich lohnen kann, diese Pflicht auf externe Unternehmen zu übertragen.

Foto: Edler von Rabenstein_fotolia.com
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Diese Pflicht zur Schneeräumung ist in Deutschland je nach Region unterschiedlich geregelt. Viele Kommunen haben die winterlichen Streu- und Räumpflichten für die Bürgersteige jedoch auf die Anlieger übertragen. Hausbesitzer sollten diese Pflichten ernst nehmen, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). In der Regel beginnt die Streu- und Räumpflicht um 07:00 Uhr an Werktagen, an Sonn- und Feiertagen um 08:00 Uhr und endet jeweils um 20 Uhr und gilt ganztägig. Schneit es also mal den ganzen Tag, reicht einmal Schneeschippen leider nicht aus. Als Streumittel werden meist Sand oder Granulat verwendet, früher kam auch häufiger Asche zum Einsatz. Als umstritten gelten Auftausalze. Diese sind zwar sehr effektiv, schaden aber der Umwelt und können zu Schäden an Kraftfahrzeugen führen und Reizungen an den Pfoten und Augen von Tieren verursachen.

Falls sie nicht selbst Schnee fegen möchten, können Sie jemanden mit dem Streuen und Schneeschieben beauftragen. Dann müssen Sie aber überwachen, ob der Beauftragte rechtzeitig und gewissenhaft räumt. Auch wenn die Stadt die öffentlichen Wege räumen lässt, so muss sich der Hausbesitzer immer noch um sein eigenes Grundstück kümmern und dort Zuwege fegen, Eiszapfen und Schneeverwehungen vom Dach räumen, Außentreppen vom Schnee befreien, Zufahrtswege für Notfälle und Müllabfuhr freihalten, Wege streuen.

Die gute Nachricht: Professionelles Kehren und Schneeräumen kann als „haushaltsnahe Dienstleistung“ steuerlich abgesetzt werden. Das gilt laut VPB insbesondere auf dem eigenen Grundstück. Wer hier eine Profifirma beauftragt, der kann die Kosten in der Steuererklärung teilweise absetzen. Die Kosten für die Räumung des Gehweges vor dem Haus erkannten die Finanzämter in der Vergangenheit allerdings oft nicht an, sondern nur die Dienstleistung auf dem Grundstück selbst. Inzwischen gibt es dazu ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH, Urteil v. 20.03.2014, Az. VI R 55/12), wonach auch der Winterdienst auf dem öffentlichen Trottoir als „haushaltsnahe Dienstleistung“ zählt, sofern der Immobilienbesitzer dazu verpflichtet ist.

 

Weitere Informationen unter www.vpb.de