VPB: Keine Eile bei Etiketten für alte Heizungen

Alte Heizkessel sollen zum Jahreswechsel mit Etiketten versehen werden, die Aufschluss über ihre Energieeffizienz geben. Der Gesetzgeber möchte damit die schnelle Erneuerung alter Geräte forcieren. Der Verband Privater Bauherren (VPB) erklärt, was Immobilienbesitzer beachten und warum sie sich nicht zum Heizungstausch drängen lassen sollten.

Grafik: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie
Grafik: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie

Ab 01. Januar 2016 kommt die Kennzeichnungspflicht für alte Heizkessel. Sie sollen im Laufe der nächsten Monate und Jahre nach und nach mit Etiketten versehen werden, die Aufschluss über die Energieeffizienz der Geräte geben, erläutert der VPB. Der Gesetzgeber möchte damit die schnelle Erneuerung alter Geräte forcieren. Die Kennzeichnungspflicht hat für Hausbesitzer allerdings keinerlei Folgen und kostet sie auch nichts.

Hausbesitzer werden aber wahrscheinlich Besuche und Angebote ihrer Heizungsbaufirmen bekommen, denn ab 01. Januar 2016 dürfen Heizungsbauer, Energieberater im Handwerk, Schornsteinfeger, Installateure und alle, die Energieausweise ausstellen dürfen, das Etikett auf alten Heizkesseln anbringen. Ab 01. Januar 2017 wird das Effizienzlabel dann Pflicht, bleibt aber für Hausbesitzer weiterhin kostenlos. Ab 2017 muss der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger das Label im Rahmen der Feuerstättenschau anbringen. Je nachdem, wie lange die letzte Feuerstättenschau her ist, kann das eine Zeit lang dauern; der Bezirksschornsteinfeger führt nur zweimal alle sieben Jahre die sogenannte Feuerstättenschau durch. Laut VPB gibt es aber auch dann noch keinen Grund zur Eile: Das Etikett ist unter allen Umständen kostenlos und verpflichtet die Hausbesitzer zu gar nichts. Heizungsanlagen müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden. Vorher nicht!

Der frühere Austausch kann sinnvoll sein, aber Hausbesitzer sollten sich nicht zu Sanierungsmaßnahmen drängen lassen – schon gar nicht von reisenden Firmen an der Haustür. Denn der Tausch eines Heizkessels ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Energiebilanz des Hauses zu optimieren. Was bauphysikalisch am besten zur Immobilie passt und sich in vernünftiger Zeit amortisiert, das klären am besten unabhängige Sachverständige in einem Sanierungskonzept.

 

Weitere Informationen unter www.vpb.de.