Solarthermie-Technik: Hauseigentümer für Praxistest gesucht

Privathaushalte verbrauchen mehr als drei Viertel der Energie für Heizung und Warmwasser. Sonnenwärme als klimafreundliche Ergänzung kommt bisher nur bei jeder zehnten Heizanlage zum Einsatz. Daher sucht co2online bundesweit Hauseigentümer, die die Solarthermie-Technik testen wollen.

Foto: co2online/Alois Müller
Foto: co2online/Alois Müller

Für einen bundesweiten Test mit Solarthermie-Technik sucht die gemeinnützige co2online GmbH Hauseigentümer. Für das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt stellt die Beratungsgesellschaft Technik im Gesamtwert von rund 60.000 Euro zur Verfügung. Bislang kommt Solarthermie nur bei etwa jeder zehnten Heizanlage zum Einsatz - rund 2 Millionen Solarthermieanlagen bei knapp 21 Millionen Heizungen. Der Praxistest will herausfinden, warum sich die Technik am Markt nur zögerlich durchsetzt.

Es werden acht Haushalte aus ganz Deutschland für die Teilnahme gesucht, die im Frühjahr 2016 Solarthermieanlagen installieren oder bereits jetzt nutzen. Andere Hauseigentümer sollen von den Erfahrungen dieser Haushalte profitieren – und so künftig genau wissen, worauf bei der Auswahl der Technik, der Suche nach Fördermitteln und Handwerkern sowie bei Installation und Nutzung von Solarthermie zu achten ist. 

Mit Solarthermie können Hauseigentümer den Verbrauch fossiler Energieträger wie Erdgas und Heizöl und ihre CO2-Emissionen deutlich senken. Über Kollektoren auf dem Dach oder an der Fassade wird Sonnenenergie genutzt, um Trinkwasser für Bad und Küche zu erhitzen oder auch die Heizung zu unterstützen. „Wer gleichzeitig etwas für Klima und Konto tun möchte, sollte bei seiner Heizanlage anfangen“, sagt co2online-Projektleiterin Sophie Fabricius. „Denn Heizung und Warmwasser sind für mehr als drei Viertel des Energieverbrauchs im Privathaushalt verantwortlich.“ Besonders schnell rechnet sich der Einbau einer Solarthermieanlage, wenn zugleich der Heizkessel getauscht wird. 

Mehr als 6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ließen sich in Deutschland laut co2online vermeiden, wenn die Hälfte der veralteten Kessel ersetzt werden würde und dabei Solarthermie zum Einsatz käme. Sinnvoll wäre ein Kesseltausch nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) bei rund 70 % aller 21 Millionen Heizanlagen in Deutschland.

 

Interessierte Hauseigentümer können sich bis zum 31. Januar 2016 auf www.wirksam-sanieren.de/praxistest-solarthermie bewerben. 

 

Unterstützt wird der Praxistest Solarthermie von den Unternehmen AllmessBrötje, Buderus, Itron, Junkers, Paradigma, Thermondo und Vaillant. Die Partner stellen vier Brennwertgeräte mit Solarthermie und eine Solarthermieanlage zur Nachrüstung. Außerdem erhalten die fünf ausgewählten Test-Haushalte Wärmemengenzähler oder Gas Smart Meter, um den Ertrag der Solarthermieanlagen messen zu können. Die Kosten der Installation werden zumindest teilweise übernommen.