Energieeinsparverordnung: Anforderungen gelten auch für Gebrauchtimmobilien

Die Anforderung der Energieeinsparverordnung gelten nicht nur für Neu-, sondern auch für Bestandsbauten. Worauf Immobilieneigentümer achten und welche Maßnahmen sie erfüllen sollten, erklärt ein Experte des Bauherren-Schutzbund

Bereits mit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 wurden nicht nur höhere energetische Standards für den Neubau gesetzt, sondern erstmals auch Anforderungen an Bestandsimmobilien formuliert. In der EnEV 2014 sind diese Forderungen weiter präzisiert. Darauf verweist Dipl.-Ing. Jens  Lührsen, Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbund  (BSB).  Diesen Anforderungen müssen sich alle Eigentümer stellen, die nach dem 01.02.2002 eine gebrauchte Immobilie erworben haben. So seien grundsätzlich alle vor dem 01. Oktober 1978 installierten Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen heizen, nicht mehr zu betreiben. Für alle weiteren Kessel, die nach dem 01. Januar 1985 eingebaut wurden, sei der zulässige Betrieb auf maximal 30 Jahre befristet, wobei Niedertemperatur- und Brennwertkessel mit besonders hohem Wirkungsgrad von dieser Regelung nicht betroffen sind.

„Alle zugänglichen und wärmeführenden Leitungen, Formstücke und Armaturen in nicht geheizten Räumen sind lückenlos zu dämmen“, nennt der BSB-Experte eine weitere Forderung. Die in der EnEV dafür formulierten Mindestanforderungen seien nicht zu unterschreiten.

Schließlich gehe es auch noch um die Dämmung der obersten Geschossdecke. „Für Wohn- und Nichtwohngebäude, die mindestens vier Monate im Jahr mit mindestens 19 Grad beheizt werden, gilt die Vorschrift, dass zugängliche Decken zu nicht beheizten Dachräumen zu dämmen sind. Die Dämmung muss so erfolgen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Grad Kelvin nicht überschritten wird – sofern die Anforderungen an den baulichen Mindestwärmeschutz nicht bereits erfüllt sind“, so Lührsen. Ersatzweise könne das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt werden.

 Wer sich unsicher ist, ob der geforderte Mindestwärmeschutz erfüllt ist, sollte das durch einen Energieberater überprüfen lassen. Bauingenieur Lührsen weist darauf hin, dass im Zusammenhang mit der Nachrüstung der Dämmung in der Regel die Verlegung einer Dampfbremse bzw. -sperre erforderlich ist, um Feuchteschäden zu vermeiden. Für die Durchführung der Maßnahmen sind Fristen zu beachten. Die entsprechende Pflicht zur Nachrüstung der Wärmedämmung, die auch für Ein- und Zweifamilienhäuser gilt, bestehe bis zum 31.12.2015. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind selbstgenutzte Häuser mit maximal zwei Wohnungen, von dem eine bereits vor dem 01. Februar 2002 vom Eigentümer bewohnt wurde. Hier greift die Pflicht zur Dämmung bei Eigentümerwechsel mit einer Frist von zwei Jahren. BSB-Bauherrenberater Lührsen rät Immobilienerwerbern und Eigentümern, bei Planung und Durchführung entsprechender Maßnahmen Expertenrat zu suchen.

 

Weitere Informationen enthalten die BSB-Ratgeber Wissenswertes zur Energieeinsparverordnung 2014 und Der Modernisierungscheck, die auf der Internetseite des Vereins heruntergeladen werden können. Wichtige Informationen und Tipps finden Interessenten auch in der BSB-Ratgeberbroschüre Modernisierungsratgeber – 10 Schritte zum modernen wohnen im Altbau, die ebenfalls auf der Internetseite www.bsb-ev.de bestellt werden kann.