Steuerbonus gestoppt

Das langanhaltende Zinstief bei Baukrediten und staatliche Fördermöglichkeiten unterstützen Bauherren bei Hausbau und -kauf. Doch nun wurde der geplante Steuerbonus für Hauseigentümer auf energieeffiziente Sanierungsvorhaben erneut auf Eis gelegt.

Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte sich die Bundesregierung auf dieses Vorzeigeprojekt der Klimaschutzbemühungen und damit auf Steuererleichterung von 10 bis 25 % für energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen verständigt. Bund und Länder hatten sich bereits geeinigt. Nun scheiterte der Steuerbonus überraschend im Koalitionsausschuss am Widerstand seitens der CSU. "Über eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung konnte im Koalitionsausschuss keine Einigung erzielt werden", informierte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in einem Schreiben an seine Abgeordneten.

Hausbesitzer sollten eigentlich 10 - 25 % ihrer Gesamtkosten für energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen an der eigenen Immobilie von der Steuerlast über zehn Jahre verteilt absetzen können. Das hätte Bund und Länder etwa eine Milliarde Euro pro Jahr gekostet, schätzen Experten. Dafür wollte die Regierung bei der Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen sparen. Diese Regel ist Teil der haushaltsnahen Dienstleistungen im Einkommensteuergesetz. Das Finanzamt berücksichtigt dabei 20 % der Arbeitskosten vom Handwerker, was eine Steuerersparnis von bis zu 1.200 Euro bringt. An dieser Stelle sollte im Gegenzug für die geplante Steuererleichterung gekürzt werden. Der Handwerkerbonus bleibt vorerst unverändert und wird weiter in voller Höhe erstattet.

Als alternative Lösung lässt der Koalitionsausschuss nun vom Wirtschaftsministerium prüfen, ob die staatlichen Sanierungszuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weiter erhöht werden könnten.