Heizkörper richtig einstellen: Was kann das Thermostatventil?

Die Tage und vor allem die Nächste werden kälter, die Heizkörper nehmen ihren Dienst auf. Ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage ist Voraussetzung, damit das System ordnungsgemäß und effizient läuft. Doch auch kleine Maßnahmen können dabei helfen, Heizkosten zu sparen.

Die Heizung herunterzudrehen spart Energie und Geld, das wird in der beginnenden Heizperiode wieder überall betont. Die Regel stimmt natürlich auch – nur wird es eben bei heruntergedrehter Heizung auch nicht so schön warm. Weniger bekannt ist hingegen, wie sich durch eine kluge Einstellung der Thermotatventile deutlich Heizenergie einsparen lässt, ohne dass die Raumtemperatur abgesenkt werden muss. Birgit Holfert, Expertin der Verbraucherzentrale Energieberatung, erklärt, wie das geht:

„Oft stellt man sich das Ventil am Heizkörper wie einen Wasserhahn vor, den man auf- und zudreht“, erläutert Birgit Holfert. „Tatsächlich aber leisten die Thermostatventile mehr – sie halten eine bestimmte Temperatur im Raum.“ Stellt man den Regler zum Beispiel auf die Stufe drei, bedeutet das normalerweise etwa 20°C. Ist es im Raum kälter, öffnet sich das Ventil und der Heizkörper wird warm. Ist es wärmer, schließt das Ventil und der Heizkörper kühlt wieder ab. Es kann also auch bei aufgedrehtem Ventil vorkommen, dass der Heizkörper kalt ist – wenn die eingestellte Temperatur erreicht oder überschritten ist.

Was bedeutet das aber nun für den Energieverbrauch? „Ganz einfach“, erklärt die Energieexpertin, „häufig wird der Heizkörper voll aufgedreht, in der Hoffnung, einen kalten Raum schnell aufzuwärmen. Tatsächlich aber wird nur die Zieltemperatur hochgeschraubt – manchmal auf 26°C oder mehr.“ Ergebnis: Die Heizung läuft auf Hochtouren, der Raum wird wärmer als benötigt und dadurch unnötig Heizenergie verbraucht. Ein richtig eingestelltes Thermostatventil spart also Heizenergie, sogar ohne dass die gewünschte Temperatur gesenkt werden muss.

Noch ein bisschen smarter sind sogenannte programmierbare Thermostatventile: Mit ihrer Hilfe lassen sich für verschiedene Tageszeiten unterschiedliche Temperaturen einstellen. Vorteil: Die Temperatur in der Wohnung kann nachts und tagsüber während der Arbeitszeit deutlich gesenkt werden, und dennoch ist die Wohnung beim Aufstehen oder am Feierabend gemütlich warm. Dadurch lässt sich erheblich Heizenergie einsparen.

 

 

Bei allen Fragen zum effizienten Einsatz von Energie in privaten Haushalten hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.