BAUPRAXIS

Blitz- & Brandschutz: Feuer und Flamme

Foto: Hager
Foto: Hager

In Deutschland blitzt es durchschnittlich zwei Millionen mal im Jahr – das Gewitterrisiko nimmt dabei von Norden nach Süden zu. „Durch den Klimawandel werden Stürme und Gewitter insgesamt tendenziell zunehmen“, sagt Reyno Thormählen, Vorsitzender des Verbands Deutscher Blitzschutzfirmen (VDB). Denn die allgemeine Erderwärmung begünstigt die Entwicklung von Gewitterwolken. Die Auswirkungen eines Blitzeinschlags können noch in einem Umkreis von anderthalb Kilometern rund um die Einschlagstelle spürbar sein. In diesem Bereich kann es bei nicht geschützten Objekten zu sogenannten Überspannungsschäden kommen. 

 

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Achim Jungfleisch, Marketingleiter der Hager Vertriebsgesellschaft, im Gespräch mit BAUIDEE
Achim Jungfleisch, Marketingleiter der Hager Vertriebsgesellschaft, im Gespräch mit BAUIDEE

"Beim Thema Blitz- & Brandschutz kommt es aufs Gesamtkonzept an", wie Achim Jungfleisch, Marketingleiter der Hager Vertriebsgesellschaft, erklärt. Doch wo liegen die Gefahren fürs Eigenheim genau, welche Schutzmöglichkeiten gibt es und worauf muss man bei einem schlüssigen Konzept auch im Hinblick auf die Elektroinstallation unbedingt achten? Diese und weitere Fragen beantwortete der Experte im exklusiven Interview mit der BAUIDEE, das Sie an dieser Stelle in der ausführlichen Fassung lesen können.

 

 

Herr Jungfleisch, welche Gefahren gehen generell von Strom aus?

Strom ist nützlich und gefährlich zugleich – die Folgen eines Stromschlags sind allgemein bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass bereits geringe Stromstärken gefährliche Auswirkungen haben können: Eine Berührung mit Wechselstrom kann schon ab einer Stromstärke von nur zehn Milliampere (mA) zu unkontrollierbaren Muskelverkrampfungen führen. Das wiederum führt oft zu einem Festhalten an der Stromquelle und verlängert die Einwirkzeit. Ab 30 bis 50 mA können Verkrampfungen der Atemmuskulatur und des Zwerchfells bis hin zu Atemstillstand und Herzkammerflimmern eintreten. Ab einer Stromstärke von 75 mA kann es zum Herzstillstand kommen. Und: Kinder sind meist stärker gefährdet als Erwachsene, weil ihre dünnere und feuchtere Haut dem Stromfluss weniger Widerstand entgegensetzt.

 

Neben Personenschäden können Kurzschlüsse, Leitungsüberlastungen oder Fehlerströme auch hohe Sachschäden erzeugen – angefangen bei Defekten in teuren Elektrogeräten bis hin zu Schwelbränden, die durch kokelnde Kabel entstehen. Geschieht das nachts oder während die Bewohner außer Haus sind, erwächst daraus schnell ein großflächiger Wohnungs- oder Hausbrand.

 

Deshalb gehört die Elektroinstallation ausschließlich in die Hand des Fachmanns. Generell gilt: Nur eine professionell ausgeführte Installation entsprechend den aktuellen Normen mit geprüften Markengeräten ist sicher.

 

Was kann man tun, um diese Gefahren zu minimieren?

Geprüfte Schutzgeräte fachgerecht installiert bieten optimalen Schutz: Das sind in erster Linie Leitungsschutzschalter-Schalter (LS-Schalter), die im allgemeinen Sprachgebrauch als Sicherungen bezeichnet werden sowie Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter).

 

Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) schützen alle angeschlossenen Stromkreise und Geräte vor Überlast und Kurzschluss, indem sie im Fehlerfall den jeweils betroffenen Stromkreis automatisch abschalten. Es empfiehlt sich, Licht- und Steckdosenstromkreise getrennt abzusichern, damit man nicht im Dunkeln sitzt, wenn der Strom ausfällt. Hier sollte man sich vom Elektro-Installateur beraten lassen.

 

Fehlerstromschutzschalter schützen vor Fehlerströmen und Berührungsspannungen, die entstehen können, wenn stromleitende Teile mit feuchten Fingern berührt werden. FI-Schalter schalten den Stromkreis innerhalb von Millisekunden ab, bevor der Strom gefährlich werden kann. Auch schlummernde Gefahrenherde wie defekte Geräte oder aufgescheuerte Lampenkabel werden im Ernstfall in Sekundenbruchteilen neutralisiert. So schützen diese Geräte sicher vor Personen- und Sachschäden.

 

Als besonders geeignet – auch für die Nachrüstung – erweisen sich kombinierte FI-/LS-Schalter, die Fehlerstrom- und Leitungsschutz in einem Gerät bieten und sich besonders platzsparend in einem bestehenden Zählerschrank unterbringen lassen.

 

Um dauerhaft einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten, empfehlen wir eine regelmäßige Überprüfung der Elektroverteilung durch den Elektrofachmann beispielsweise im Rahmen des E-Checks.

 

Worauf kommt es bei einer guten Elektroinstallation an?

Vor allem auf eine vorausschauende und bedarfsgerechte Planung, die eine kompetente Beratung voraussetzt. Ansprechpartner hierfür ist der Elektrofachbetrieb vor Ort, der eine individuelle Elektroinstallation entsprechend den Bedürfnissen des Bauherren planen und ausführen kann.

 

Aber natürlich sollte der Bauherr sich auch vorab darüber informieren, welche Möglichkeiten eine moderne Elektroinstallation ihm grundsätzlich bieten kann. Zu diesem Zweck stellt Hager als führender Hersteller eine Vielzahl verschiedener Medien zur Verfügung, die allgemeinverständlich über die Vorteile einer modernen Elektroinstallation informieren. Als erste Anlaufstelle empfehlen wir unsere Internetseite für Endkunden www.hager-zuhause.de, die einen guten Überblick gibt und auf der viele Broschüren kostenlos angefordert werden können.

 

Dazu zählt beispielsweise die Systembroschüre „Das intelligente Zuhause“, die alle Bereiche der Elektroinstallationstechnik abdeckt – vom Zählerschrank als Technikzentrale mit intelligenten Stromzählern und modularen Schutz- und Schaltgeräten über die strukturierte Netzwerkverkabelung, die Medienanschlüsse in allen Räumen bereitstellt, bis hin zur Sicherheitstechnik mit zertifizierten Rauch- und Wärmewarnmeldern oder der Gebäudesystemtechnik mit tebis KNX. Abgerundet wird das Informationsangebot durch eine Präsentation des Schalterprogramms kallysto®, mit dem sich die Elektroinstallation funktional und formschön schalten und steuern lässt.

 

Und wenn es um die Suche nach einem kompetenten Elektrofachmann vor Ort geht, hilft das Online-Branchenbuch www.mein-elektromeister.de weiter.

 


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