Di

12

Mai

2015

Solarstromspeicher: Tipps für Anlagenbesitzer

Solarstrom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage ist rund halb so teuer wie Strom vom Energieversorger. Wie Hauseigentümer und PV-Anlagenbesitzer ihren Geldbeutel entlasten, hat der Solar Cluster Baden-Württemberg zusammengefasst.

50 % Ersparnis im Vergleich zum Marktpreis: Für Hauseigentümer mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach lohnt es sich finanziell, den selbst produzierten Strom auch so gut es geht selbst zu verbrauchen. Ein Mittel dazu sind Batteriespeicher. „Die finanziell geförderten Stromspeicher im Keller laden den nicht benötigten Sonnenstrom tagsüber und geben ihn abends an Elektrogeräte oder Lichtquellen ab“, erklärt Carsten Tschamber vom Solar Cluster Baden-Württemberg. Bis zu 60 % von dem selbst erzeugen Ökostrom kann so übers Jahr mithilfe der kleinen Helfer selbst genutzt werden. Noch sei die Speicherung nicht wirtschaftlich, das werde aber in rund zwei bis drei Jahren der Fall sein, schätzt Tschamber. Neue Wege, den Solarstrom mit Batterien nicht nur zeitversetzt zu verbrauchen, sondern auch am Strommarkt als Regelenergie anzubieten,  beschreiten derzeit Projekte mit den Namen „Schwarmspeicher“ oder „Strombank“.

Der Haushaltsstrompreis liegt derzeit netto bei rund 25 Cent pro Kilowattstunde (kWh), die Kosten für den Photovoltaikstrom vom eigenen Dach sind inzwischen auf 11 bis 13 Cent/kWh gesunken. Wer also den eigenen Solarstrom verbraucht anstatt ihn zu verkaufen, spart die Differenz von derzeit rund 13 Cent. Dieser Abstand wird sich angesichts der sinkenden Preise für PV-Anlagen und voraussichtlich steigenden Strompreisen künftig weiter erhöhen und den Eigenverbrauch noch gewinnträchtiger machen.

Da der Sonnenstrom besonders um die Mittagszeit anfällt, der Bedarf aber in der Regel vor allem abends entsteht, ist der Eigenverbrauch ohne zusätzliche Maßnahmen auf 25 bis 30 % begrenzt. So muss entweder der Stromverbrauch in die Mittagsstunden verlagert werden, beispielsweise indem die Waschmaschine  um 11 Uhr und nicht um 19 Uhr angestellt wird. Viele moderne Geräte bieten heute eine Startzeitwahloption an. Zudem können die Module auch verstärkt nach Osten und Westen ausgerichtet werden. Ihr Ertrag reicht dann im Vergleich zu Dachanlagen auf der Südseite bis in die Abendstunden, wenn die Bewohner wieder im Haus sind. Der Eigenverbrauch kann in diesen Fällen auf bis zu 40 % steigen.

Den Eigenverbrauch kann dann nur mit technischen Hilfsmitteln noch weiter erhöht werden. Dazu gehören Wärmepumpen – oder aber Batterien. Schon jetzt nutzen mehr als 15.000 Haushalte und kleine Gewerbebetriebe in Deutschland mithilfe von Lithium-Ionen-Batterien ihren Solarstrom auch bei Dunkelheit. Ein KfW-Förderprogramm des Bundes fördert die Anschaffung eines elektrochemischen Speichers mit bis zu 30 % der Anschaffungskosten. Und die Anzahl der Anbieter auf dem Markt wächst: Im Sommer steigt etwa der Elektroautohersteller Tesla in den Verkauf von Solarstromspeichern ein, kündigte das Unternehmen Ende April an. „Schätzungen zufolge werden die Kosten in den nächsten zwei Jahren um rund 10 % pro Jahr sinken. Steigt der Haushaltsstrompreis jährlich dann noch um durchschnittlich 3 % , werden die Speicher 2017 oder 2018 die Grenze zur Wirtschaftlichkeit klar durchbrochen haben“, schätzt Dr. Peter Eckerle vom Verein StoREgio Energiespeichersysteme aus Ludwigshafen.

Experten rechnen damit, dass die Kleinspeicher bereits in zwei bis drei Jahren schon mehr einbringen, als sie dann kosten werden. „Wenn die kWh-Solarstrom aus dem Speicher weniger als der Haushaltsstrom kostet, werden Speicher gängiger Bestandteil jeder Photovoltaikanlage sein“, prophezeit Tschamber vom Solar Cluster.


Weitere Informationen unter www.solarcluster-bw.de.